3-Punkte-Plan

Neue Strategie für die Suche nach Leben im Weltraum

Neue Strategie für die Suche nach Leben im Weltraum

Eine der größten unbeantworteten Fragen ist, ob wir alleine im Universum sind oder ob es noch Leben auf anderen Planeten gibt. Forscher haben nun einen 3-Punkte-Plan entwickelt, um gezielter nach außerirdischem Leben suchen zu können.

Princeton (U.S.A.). Sind wir alleine im Universum oder gibt es auf den zahlreichen Planeten irgendwo da draußen noch anderes Leben - eine zweite Erde? Diese Frage beschäftigt Astronomen auf der ganzen Welt. Nun haben Timothy Brandt und David Spiegel vom Institute for Advanced Study in Princeton im US-Staat New Jersey eine neue Strategie entwickelt, wie gezielt nach außerirdischem Leben im Weltraum gesucht werden kann.

Derzeit konzentrieren sich die Astronomen auf die Suche nach Exoplaneten, welche in der habitablen Zone des Zentralgestirns kreisen. Auch die Erde kreist in der habitablen der Sonne, denn nur hier bewegen sich die Temperaturen genau in dem Bereich, in dem Wasser flüssig ist. Neben dem Aufspüren dieser bestimmten Exoplaneten, wäre der Nachweis von Wasser oder Sauerstoff in der Atmosphäre ein weiteres Indiz, dass der Exoplanet bewohnbar sein könnte. Würde man allerdings Chlorophyll, einem natürlichen Farbstoff der von Organismen bei der Fotosynthese gebildet wird, in der Atmosphäre nachweisen können, so hätte man den Beweis erbraucht, dass auf dem untersuchten Exoplaneten nicht nur Sauerstoff in ausreichenden Mengen vorhanden ist, sondern sogar verschiedene Organismen existieren.

Genaue Untersuchung verdächtiger Exoplaneten

Derzeit haben Astronomen rund 2.000 Planeten entdeckt. Einige von ihnen befinden sich tatsächlich in der habitablen Zone. Dies bedeutet jedoch nicht automatisch, dass diese auch Wasser besitzen, nur das Wasser durch die gemäßigten Temperaturen im flüssigen Zustand vorzufinden wäre. Der 3-Punkte Plan von Brandt und Spiegel sieht vor diese Planeten genauer zu untersuchen.

Im ersten Schritt soll per Spektralanalyse der Planetenatmosphäre nach Wasser gesucht werden. Dieser Nachweis stellt für heutige Teleskope kein Problem dar. Im zweiten Schritt soll nach Sauerstoff gesucht werden. Dafür müssten aber besondere Teleskope gebaut werden, da der Nachweis von Sauerstoff wesentlich komplizierter ist als der von Wasser in der Atmosphäre.

Der letzte Schritt sieht den Nachweis des Farbstoffes Chlorophyll vor. So kann es Planeten mit Wasser und selbst mit Sauerstoff geben und trotzdem muss kein Leben auf ihnen existieren. Der Nachweis von Chlorophyll in der Atmosphäre wäre nicht nur ein Indiz, sondern ein Beweis für außerirdisches Leben und Photosynthese auf dem Planeten.

Leistungsstärkere Teleskope müssen zum Einsatz kommen

Damit Chlorophyll nachgewiesen werden kann, müssen aber deutlich leistungsstärkere Teleskope gebaut werden. Die Technik dafür existiert bereits, allerdings im Zuge der Budgetkürzungen bei NASA und ESA wird der Bau solcher Teleskope noch einige Zeit dauern – wenn sie denn jemals gebaut werden. Um mit heutigen Teleskopen Chlorophyll nachweisen zu können, müsste der Exoplanet nahezu wolkenfrei sein und mindestens ein Drittel der Planetenoberfläche müssten mit grüner Vegetation bedeckt sein – das ist deutlich mehr als auf der Erde.

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