Neuer Suchansatz

Suche nach außerirdischem Leben anhand verschmutzter Atmosphäre

Neuer Suchansatz: Suche nach außerirdischem Leben anhand verschmutzter Atmosphäre

Das Universum kommt uns Menschen unendlich vor - es gibt Milliarden von Galaxien, Sternen und Planeten. Dementsprechend unwahrscheinlich ist es, dass die Erde der einzige Planet mit intelligentem Leben ist. Bisher haben wir bloß noch keinen Beweis dafür gefunden. Doch das soll sich jetzt ändern. Havard-Forscher wollen zivilisierte Planeten anhand von Umweltverschmutzung erkennen.

Cambridge (U.S.A.). Ein Team von Wissenschaftlern um Henry W. Linn vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics ist sehr zuversichtlich, dass es in Zukunft möglich sein wird, außerirdisches Leben durch verschmutzte Atmosphären bei erdähnlichen Exoplaneten nachzuweisen. Dabei behilflich: Das James Webb Space Telescope (JWST). Momentan befindet sich das Projekt in der Entwicklung, doch es soll schon 2018 starten. Vergleichbare Ziele verfolgt die ESA mit Plato.

Mithilfe von Spektralanalysen kann, laut Henry Linn, auch die Zusammensetzung der Atmosphäre von Exoplaneten erforscht werden – selbst wenn diese Milliarden von Lichtjahren entfernt sind. Dabei ist man vor allem auf der Suche nach FCKWs (Fluorchlorkohlenwasserstoffe), die auch auf der Erde zur Umweltverschmutzung und dem Treibhauseffekt beitragen. Intelligentes Leben könnte durch Industrie ähnlich hohe FCWK-Konzentrationen in der Atmosphäre erzeugen, jedoch muss die Konzentration um ein Vielfaches höher als auf der Erde sein, damit sie durch Lichtspektren nachgewiesen werden kann.

Ausgestorbene außerirdische Zivilisationen als Mahnung an die Menschheit

Henry Linn und seine Kollegen in Cambridge üben mit ihrer Veröffentlichung natürlich auch Kritik an der Verschmutzung der Erdatmosphäre durch den Menschen. Denn die hohe Umweltverschmutzung weist nicht zwangsläufig auf (noch bestehendes) Leben hin. Vielmehr könnte es sich um Planeten handeln, auf denen sich die Zivilisation durch genau dieses Fehlverhalten selbst ausgelöscht hat oder aber gerade rechtzeitig damit aufgehört hat. Dann halten sich die FCWK-Raten immerhin noch bis zu 50.000 Jahre. Einige Verschmutzungen sind allerdings schon nach wenigen Tausend Jahren nicht mehr nachweisbar.

Falls die Verschmutzung eines Planeten also plötzlich zurückgeht, könnte das einerseits bedeuten, dass die Außerirdischen aus ihren Fehlern gelernt haben oder aber es gibt keine weitere Verschmutzung mehr, weil der Planet für die Verursacher lebensfeindlich wurde – eine Mahnung an die Menschheit.

In letzterem Fall zweifeln die Forscher scherzhaft an, ob man dann überhaupt von „intelligentem Leben“ sprechen dürfe. Falls höher entwickelte Außerirdische nach Leben im Universum suchten und die Erde fänden, würde die Menschheit wohl eher als „unintelligentes Leben“ abgestempelt werden, so Linn.

Neben einer extrem hohen FCKW-Konzentration muss darüber hinaus noch eine weitere Voraussetzung erfüllt sein, damit die Astrophysiker Luftverschmutzung nachweisen können: Die beobachteten Exoplaneten müssen um weiße Zwerge kreisen. In Zukunft soll der Nachweis aber auch bei sonnenähnlichen Sternen möglich sein. Dazu bedarf es lediglich modernerer Teleskope, so die Forscher in ihrer Mitteilung.

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