Leben auf dem Mars

Zeitfenster für Leben auf dem Mars war größer als bisher gedacht

Zeitfenster für Leben auf dem Mars war größer als bisher gedacht

Wissenschaftler fanden heraus, dass das Leben auf dem Mars mehr Zeit hatte sich zu entfalten, als man bisher angenommen hatte. Durch Analysen von Marsmeteoriten wurde das Zeitfenster für das Ende der Meteoriteneinschläge auf den Mars 700 Milliarden Jahre früher eingeschätzt.

Wien (Österreich). Wie Wissenschaftler herausgefunden haben, wurde der Mars rund eine halbe Milliarde Jahre früher als die Erde lebensfreundlich. Mehrere geologische Abbildungen auf dem roten Planeten deuten darauf hin, dass es auf dem roten Planeten früher einmal Wasser gab. Dies bedeutet, dass auch eine dichtere Atmosphäre existiert haben muss. Falls auf unserem Nachbarplaneten einmal Leben existierte, war dies von kurzer Dauer. Mit der Planetenentstehung in unserem Sonnensystem und die damit verbundenen zahlreichen Meteoriteneinschlägen, erhielt der Mars nur ein kurzes Zeitfenster für eine lebensfreundliche Oberfläche. Mit dem Verlust der Atmosphäre dürfte dann auch das letzte mögliche Leben verloschen sein. Im Fachjournal Nature Geoscience schrieben die Wissenschaftler, dass die Meteoriteneinschläge knapp 700 Millionen Jahre früher geendet hätten, als man bisher vermutete. Somit ist das Zeitfenster für mögliches Leben auf dem Mars wesentlich größer als bisher gedacht.

Belege direkt vom Mars

In Marokko fiel im Jahr 2012 ein Meteoritenschauer mit nachweislichen Brocken vom Mars auf die Erde. Diese Marsmeteoriten zeigten nach Analysen, dass die Regolith-Oberfläche vermutlich aus Teilen der südlichen Hemisphäre des Mars abstammen, wie Julia Walter-Roszjar berichtet, die in Wien im Naturhistorischen Museum (NHM) arbeitet. Von rund 69.000 Meteoriteneinschlägen weltweit stammen 235 Meteoriten vom Mars und sind magnetischen Ursprungs. Am NHM wurde von Julia Walter-Roszjar untersucht, welchen Gemeinsamkeiten die Meteoriten aufweisen. Mit der Leihgabe des Naturkundemuseums Bern von 100 Zirkonen und circa 60 Balleyiten analysierte sie kleine Mineral-Körper und kam zu dem Schluss, dass diese relativ unverändert in ihrer Struktur geblieben sind. Mit dem Vergleich der Druck- und Temperaturbedingungen bei der Entstehung der Gesteine, wiesen diese keine markanten Veränderungen seit ihrer Entstehung vor rund 4,5 Milliarden Jahren auf.

Mars blieb wohl verschont

Von den Meteoriteneinschlägen, die vor ungefähr 3,5 bis vier Milliarden die Erde und den Mond getroffen haben, wurde der Mars vermutlich verschont. Die Erde wurde aufgrund dieser Umstände erst eine halbe Milliarde Jahre später als der Mars bewohnbar. Dies lässt vermuten, dass Mikroorganismen auf dem Mars bereits viel früher gute Lebensbedingungen hatten. Somit hätte der Mars bereits vor circa 4,2 Milliarden Jahren eine feuchte und warme Atmosphäre mit optimalen Druck- und Temperaturwerte für biologisches Leben aufweisen können.

Nature Geoscience, 12; 522–527

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