Gefahr für Menschen?

Marder, Fuchs und Co. verbreiten Infektionskrankheiten

Steinmarder

Zwei Drittel aller Füchse und Marderhunde der Studie verbreiteten Zoonosen, dies sind Krankheitserreger, die auch auf den Menschen übertragen werden können. Die untersuchten Steinmarder waren hingegen fast komplett frei von diesen Krankheitserregern.

Hannover (Deutschland). Wissenschaftler der Tierärztlichen Hochschule Hannover (TiHo) haben sich die zunehmenden Aufeinandertreffen von Menschen und Wildtieren wie dem Marder, dem Fuchs und dem Marderhund in Deutschland zum Anlass genommen, um zu untersuchen welche Infektionskrankheiten die Tiere in sich tragen und wie hoch die Ansteckungsgefahr für Menschen ist. Die Ergebnisse decken sich dabei größtenteils mit einer Studie des Landesuntersuchungsamts Rheinland-Pfalz (LUA), das ebenfalls untersucht hat, ob Wildtiere Zoonosen, also Viren, Bakterien oder Parasiten die auch für den Menschen gefährlich werden können, verbreiten.

Die Studie der TiHo, die von der schleswig-holsteinischen Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt gefördert wurde, hat 77 Füchse, 19 Steinmarder und 7 Marderhunde auf Infektionskrankheiten untersucht. Die Tiere wurden den Wissenschaftlern vom Landesjagdverband Schleswig-Holstein zur Verfügung gestellt.

Gesundheitszustand von Wildtieren kaum erforscht

Wolfgang Heins, Präsident des Landesjagdverbandes erklärt, dass „wir leider sehr wenig über den Gesundheitszustand und den Befall mit Parasiten bei Mardern, Füchsen und Marderhunden wissen und dass die Jäger aus diesem Grund das Projekt gerne unterstützen.“

Die Untersuchung der Tiere zeigt, dass virale Erkrankungen Tollwut, Staupe und Pseudotollwut (Aujeszky-Virus) ausgestorben zu sein scheinen, da sie in keinem der Tiere nachgewiesen werden konnten. Leider wurden Parasiten bei fast der Hälfte der Tiere gefunden. 45,5 Prozent der Rotfüchse trugen den Endoparasiten, also Parasiten, die im Körper des Wirtes leben, undespulwurm (Toxocara canis) in sich. 36,4 Prozent waren mit Haarwürmern (Capillaria spp.) infiziert und etwa 25 Prozent der Füchse waren jeweils vom Fuchsbandwurm (Echinococcus multilocularis), dem Saugwurm (aria alata) und dem Hakenwurm (Uncinaria stenocephala) befallen.

Zusätzlich entdeckten die Forscher bei den untersuchten Füchsen und Marderhunden die folgenden Parasiten in kleineren Anzahlen:

  • Bandwurmarten (Gattungen Taenia- und Mesocestoides sowie Kokzidien)
  • Peitschenwurm (Trichuris vulpis)
  • Spulwurm (Toxascaris leonina)

Steinmarder waren hingegen von anderen Endoparasiten befallen, als die untersuchten Füchse und Marderhunde. In den Tieren wurden ausschließlich Endoparasiten der Gattung Capillaria gefunden. Überraschenderweise konnten Fadenwürmer der Gattung Trichinella spp. weder bei den Mardern noch bei den anderen untersuchten Wildtieren nachgewiesen werden. Auch die Krankheit Räude (Sarcoptes scabiei) konnte weder im ausgebrochenem Zustand noch als Erreger gefunden werden.

Insgesamt konnten bei zwei Dritteln der Füchse und Marderhunde zoonotische Parasiten nachgewiesen werden, die das Potential haben auch dem Menschen zu befallen. Entwarnung geben können die Wissenschaftler nur für die Steinmarder, die kaum zoonotische Parasiten befallen waren. Um ihre Ergebnisse zu verifizieren, empfehlen die Wissenschaftler eine Studie durchzuführen, die größere Regionen des Bundeslandes untersucht, da die geschossenen Wildtiere alle aus den Regionen Nordfriesland und Dithmarschen kamen und es in anderen Gegenden Abweichungen geben könnte. 

2 Kommentare

Manuela Schleußner
Interessant das ähnlich geartete Studien zu Schalenwild nur schwer oder gar nicht zu finden sind.
ALLE Schalenwild-Arten haben unfassbar viele Endoparasiten und KEIN Jäger will etwas davon wissen...
*….weder bei den Mardern noch bei den anderen untersuchten Wildtieren nachgewiesen werden. Auch die Krankheit Räude (Sarcoptes scabiei) konnte weder im ausgebrochenem Zustand noch als Erreger gefunden werden.*
Somit gelten die Kreise Dithmarschen und Nordfriesland als Räude-frei oder was?
Das sind Wildtiere. Parasiten diverser Art sind Teil ihres Lebens. Würde man Hunde und Katzen nicht regelmäßig entwurmen, müssten die sich von Aas und Mäusen ernähren, es würde nicht anders aussehen.
Was wieder einmal für eine Desinformation an eh wildbiologisch unbeleckte Jäger...
Manfred Wysocki
Liebe Frau @Manuela S.,
es tut mir aufrichtig Leid das Ihnen das Ergebnis nicht zu gefallen scheint. Aber der Satz "...Desinformation an eh wildbiologisch unbeleckte Jäger" zeigt schon ein sehr großes Maß an Arroganz oder eben nur Selbstüberschätzung.
Die Ergebnisse stammen nun einmal von Tierärzten und Wildbiologen, deren Kompetenz wollen Sie doch nicht ernsthaft in Zweifel ziehen, Jäger haben wenigstens auch im Fach Wildbiologie eine Ausbildung, die auch geprüft wird. Wie sieht es denn mit Ihrer fachlichen der Kompetenz und der Ihrer Informationsquellen aus? Ich habe noch Screenshots aus der FB Gruppe Schützt die Füchse aus dem Jahr 2016/2017, in der Sie nach Literatur fragten, weil Sie bis Dato keine Ahnung von Wildtieren hatten.
35 Jahre Mitgliedschaft in der Sekte der Zeugen Jehova, und Informationen von einem Computerspielprogrammier/Psychologen (Dag Frommhold) oder einen Spendensammelnden Unternehmer aus dem Finanzsektor (Wildtierschutz Deutschland-Loviz Kauerz) gegen studierte Wissenschaftler zu stellen finde ich schon anmaßend.
Einzig und Allein Ihr Talent für öffentlichkeitswirksamer Darstellung ist tatsächlich beneidenswert, aber so ging es bei ZENSIERT auch los.
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