Klinische Studie

Luftfilter in Feinstaubgebieten senken den Blutdruck

Luftfilter in Feinstaubgebieten senken den Blutdruck

Feinstaub wird in immer mehr Städten zu einem Gesundheitsproblem. Forscher haben daher in einem Altersheim, welches einer starken Feinstaubbelastung ausgesetzt ist, mehrere mobile Luftfilter aufgestellt und die Blutdruckwerte der Heimbewohner vor und nach der Luftreinigung analysiert.

East Lansing (U.S.A.). Nicht nur in Deutschland werden die Auswirkungen der Feinstaubbelastungen auf die Gesundheit diskutiert und untersucht, auch in anderen Ländern wird man sich der Gefahr der im Schwebestaub enthaltenen Partikel, die vor allem durch die Wirtschaft und dem Verkehr, aber auch durch Privathaushalte und die Landwirtschaft freigesetzt werden, immer mehr bewusst.

Aus diesem Grund haben Forscher um Masako Morishita von der Michigan State University in den USA in einer klinischen Studie den Einsatz von mobilen Luftfiltern, die sie in einem Altersheim mit einer starken Feinstaubbelastung aufgestellt haben untersucht und die Auswertungen auf den Blutdruck der Heimbewohner analysiert. Da bereits bekannt ist, das Feinstaub (PM2,5) den Blutdruck, besonders bei älteren Menschen, leicht erhöht, bot sich die klinische Studie in einem Altersheim im Zentrum von Detroit an. Das Gebäude liegt zwischen zwei stark befahrenen Straßen (davon ist eine ein Highway) und in der unmittelbaren Umgebung befindet sich mehrere Industriegebiete.

Die Feinstaubbelastung vor dem Gebäude betrug zum Zeitpunkt des Experiments 9,3 µg pro Kubikmeter, im Gebäude selbst lag der gemessene Wert bei 17,5 µg pro Kubikmeter. Die Forscher untersuchten zudem die Kleidung der Bewohner und konnten dort einen Feinstaubwert von 15,5 µg pro Kubikmeter feststellen. Damit lag die Feinstaubbelastung noch unter der von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfohlenen Tagesmittelwert für PM2,5 von 25 µg pro Kubikmeter.

Luftfilter senken signifikant den Blutdruck

Die Forscher haben dazu niedrig-effiziente (LE) und hoch-effiziente (HE) Hepa-Filter mit einem hohen CADR-Wert (Durchgangswert für saubere Luft) in den Aufenthalts- und Schlafräumen eingesetzt. Bei den 40 Bewohner, mit einem Durchschnittsalter von 67 Jahren, sanken die PM2,5-Werte um 31 beziehungsweise sogar um 53 Prozent. In den drei Tagen der klinischen Studie sank der systolische Blutdruck der Heimbewohner um 3,2 mm Hg. Der diastolische Blutdruck hingegen sank nicht so signifikant (1,5 mm Hg).

Bei den 19 der 40 adipösen Teilnehmern der klinischen Studie sank der systolische Blutdruck um durchschnittlich 7,5 mm Hg und der diastolische Blutdruck im Mittel um 2,9 mm Hg, berichten die Forscher im Fachmagazin JAMA Internal Medicine.

Interessanterweise haben die Forscher den stärksten Rückgang mit den LE-Filtern messen können. Hier sank der systolische Blutdruck im Mittel um 3,4 mm Hg und der diastolische Blutdruck durchschnittlich um 2,2 mm Hg.

Umweltbundesamt rät zu Luftfiltern

Selbst das Umweltbundesamt empfiehlt in Regionen mit starker Feinstaubbelastung den Einsatz von Luftfiltern. Jedoch sollten diese erst dann eingesetzt werden, wenn sich der Feinstaubwert nicht anders reduzieren lässt, da Luftreinigungssysteme nur die Symptome bekämpfen, nicht aber die Ursache.

Während in den USA, Kanada und England Luftfilter bereits fester Bestandteil der Haus- bzw. Wohnungseinrichtung sind, sind sie in Deutschland und anderen europäischen Ländern noch nicht so verbreitet. Dennoch wächst die Nachfrage hierzulande nach den Raumluftverbesserer stetig, wie das Umweltbundesamt berichtet.

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