Weniger Stress

Mittagsschläfchen reduzieren das Risiko für Herzkrankheiten

Ein bis zwei Nickerchen pro Woche sind gut für die Gesundheit

Ein bis zwei Mittagsschläfchen pro Woche reduzieren das Stresslevel und verbessern die Gesundheit. Häufigere Nickerchen sind hingegen ein Anzeichen für Gesundheitsprobleme.

Lausanne (Schweiz). Laut einer Studie der Universität Tokio aus dem Jahr 2016 reduziert ein kurzer Mittagsschlaf von unter 30 Minuten das Risiko an einem sogenannten Metabolischen Syndrom zu erkranken. Ein langer Mittagsschlaf von mehr als 90 Minuten erhöht hingegen laut den Ergebnissen der japanischen Studie das Risiko einer Diabetes Typ 2 Erkrankung um 50 Prozent. Insgesamt kamen die Wissenschaftler zu dem Ergebnis, dass der Schlaf am Mittag während einer Woche drei Stunden nicht überschreiten sollen.

Eine nun im Fachmagazin Heart veröffentlichte Studie, die von Wissenschaftlern des Universitätsklinikums von Lausanne erstellt wurde, kam zu dem Ergebnis, dass zwei Mittagsschläfchen pro Woche das Risiko für Herzkrankheiten wie Schlaganfall und Herzinfarkt um 50 Prozent reduzieren. 

3.262 Probanden untersucht

Die für die Studie erforderlichen Daten haben die Mediziner anhand von 3.262 Probanden zwischen 35 und 75 Jahren gewonnen, die für einen Zeitraum von acht Jahren beobachtet wurden. Innerhalb des Studienzeitraums erkrankten 155 Probanden an Herzkrankheiten. Es zeigte sich dabei, dass Probanden, die an einem oder zwei Tagen der Wochen regelmäßig ein Mittagsschläfchen hielten ein 48 Prozent geringeres Risiko eines Schlaganfalls oder Herzinfarkts haben.

Laut den Wissenschaftlern bleibt das geringe Risiko auch bestehen, wenn weitere Einflussfaktoren wie Rauchen, Vorerkrankungen, das Alter und andere Lebensgewohnheiten wie die Ernährung einbezogen werden. Lediglich bei Menschen über 65 Jahren konnten die Wissenschaftler keine Reduzierung des Herzkrankheitenrisikos feststellen, was laut den Studienautoren mit hoher Wahrscheinlichkeit daran liegt, dass diese Altersgruppe bereits unter gesundheitlichen Problemen leidet, die durch Mittagsschlag nicht ausgeglichen werden können.

Regelmäßiger Mittagsschlaf erhöht das Risiko für Herzkrankheiten

Genau wie die 2016 veröffentlichte Studie zeigt auch die nun veröffentlichte Studie, dass Personen die regelmäßig mehr als zwei Mittagsschläfchen pro Woche halten häufiger Probleme mit der Gesundheit haben. Das höhere Herzkrankheitenrisiko bei dieser Personengruppe wird laut den Wissenschaftlern jedoch nicht durch die regelmäßigen Nickerchen ausgelöst, sondern wird durch gesundheitliche Probleme verursacht, die auch dazu führen, dass die betroffenen Personen sich öfter müde fühlen.

Mittagsschläfchen reduzieren Stress

Nickerchen können laut den Wissenschaftlern die kardiovaskuläre Gesundheit verbessern, da sie einerseits schlechten Nachtschlaf, der das Immunsystem schwächt, ausgleichen können und andererseits Stress reduzieren. Da es sich um eine Beobachtungsstudie handelt, zeigen die Ergebnisse nur Muster, können aber keine Kausalitäten belegen, die eindeutig erklären wieso Mittagsschlaf positive Auswirkungen auf die Gesundheit hat.

Heart, doi: 10.1136/heartjnl-2019-314999

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