Bakterien, Viren und Pilze

Nicht menschliche Gene in unserer DNA gefunden

Nicht menschliche Gene in unserer DNA gefunden

Britische Forscher fanden nun heraus, dass einige unserer Gene nicht menschlich sind. Sie stammen von Mikroorganismen und gelangten über einen horizontalen Gentransfer in unser Erbgut. Bisher nahm man an, dass dieser Prozess nicht Bedeutend für die menschliche Evolution galt, doch die Forscher widerlegen diese Annahme nun und vermuten, dass das Ausmaß sogar noch viel größer sein könnte, als sie jetzt nachweisen konnten.

Cambridge (England). Bakterien sind dafür bekannt, dass sie häufig ganze Abschnitte ihres Erbmaterials tauschen – und dies nicht nur untereinander, sondern auch mit anderen Arten. Auf diese Weise verbreiten sich beispielsweise Resistenzen gegen Antibiotika oder andere Medikamente sehr schnell. Biologen bezeichnen diesen, für die Evolution äußerst wichtigen Vorgang, als horizontalen Gentransfer.

Gentransfer beim Menschen

Bisher ging man davon aus, dass höhere Tiere, also auch Menschen, vom horizontalen Gentransfer in ihrer Entwicklungsgeschichte nicht beeinflusst wurden. Die weitläufige Meinung war, dass diese Arten ihre Gene alleine durch die Vererbung ihrer Vorfahren erhielten.

Allerdings ließ sich der horizontale Gentransfer auch bei ihnen nicht ganz ausschließen. Schon länger ist bekannt, dass in den nicht-kodierenden Abschnitten unseres Erbguts sogar Überreste viraler DNA-Sequenzen zu finden sind.

Alastair Crisp und seine Kollegen von der University of Cambridge haben sich die menschliche DNA genauer angesehen. Dabei verglichen sie das Erbgut von zwölf Arten von Fruchtfliegen und von vier Fadenwürmern. Darüber hinaus auch die DNA von zehn Primaten, darunter auch die des Menschen. Sie berechneten anschließend, wie stark jedes Gen mit einem vergleichbaren Gen der anderen Arten übereinstimmt. Zudem schätzten sie ab, wie wahrscheinlich das Gen direkt geerbt ist, oder ob es per horizontalem Transfer erworben wurde.

Mindestens 128 nicht menschliche Gene

Crisp und seine Kollegen fanden heraus, dass mindestens 128 Gene des menschlichen Erbgutes aus einem horizontalen Transfer stammen. Die identifizierten Gene spielen unter anderem eine Rolle im Fett- und Proteinstoffwechsel sowie bei der Immunabwehr, auch das Gen für die Blutgruppe nach dem AB0-System gehört zu den Genen, die über den horizontalen Gentransfer erworben wurden.

Der Ursprung dieser Gene liegt der Studie zufolge vor allem bei Bakterien und anderen Einzeller. Aber auch Viren steuerten mit mindestens 50 Genen in Primaten ihren Teil bei und auch von Pilzen stammen einzelne Gene.

Es könnten noch viel mehr Gene sein

„Überraschenderweise ist der horizontale Gentransfer alles andere als eine seltene Angelegenheit. Er hat offenbar zur Evolution vieler Tiere beigetragen und ist ein anhaltenden Prozess“, so Crisp. Die Forscher halten auch den Gentransfer zwischen vielzelligen Organismen für denkbar.

4 Kommentare

RoMan
Das ist doch ein Teil unseres Immunsystems !
Zweifelnder
Würden Mediziner nun von der Natur, beim Quereinsteiger-Gentransfer abschauen, wären wir eines Tages vieleicht in der Lage, Krankheiten wie Krebs besser zu heilen. Undzwar per horizontalem Transfer, aus Vieren oder Lebewesen, welche Krankheitsereger oder Tumorzellen gezielter in unserem Körper aufspüren und effizienter bekämpfen. Falls dieser künftige Transfer nicht vom Menschen stammender Gene auch etisch zu verantworten währe, würden diese zusätzlichen Krankheitsvernichter womöglich fortan auf nachfolgende Generationen vererbt.
Michael Brocks
Erst einmal muss die menschliche DNA wie ein Assembler-Maschinencode decompiliert werden, da wenn man nur zwischen AA-FF den einen und/oder anderen Buchstabe austauscht/verändert, kann dies verheerende Folgen/Auswirkungen haben.

ABER, wer weiß denn schon, wie viele unbekannte unterirdische Labore bereits diesbezüglich geschlossen werden mussten!

Warum kann man ein geimpftes Immunsystem nicht vererben?

Erleben wir es wirklich, wie in einem Star Trek (TOS), wo eine ältere Dame sagt: "Der Doc hat mir eine Pille gegeben und mir ist eine neue Niere gewachsen!"?
Gezielte Stammzellen-Programmierung!
Denn vom Fötus bis zur Geburt ist dieser Prozess doch auch Funktionsfähig.
Brigitte
Sieht man Alles in Allem, eröffnet sich die Lösung. Impfschutz ist meist ein Leben lang. Wenn die Mutter in ihrer Kindheit geimpft wurde, gibt sie ihrem Kind den „Schutz“ mit, weshalb auch manche Krankheit als ausgestorben galt. Summasummarum: das Impfgut geht in die DNA.
Nun „impfen“ uns Menschen auch mal Bienen, Mücken und andere, diese, da bin ich mir sicher, verändern auch unser Erbgut. Zwar in äußerst geringen Dosen, welche sich, von Generation zu Generation erweitern.
Wie Antibiotika unser Erbgut verändert, so sehe ich das mit anderen Lebewesen.
Deshalb verändert sich immer alles.
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