Stammzellenforschung

Stammzellen bilden bei Grauem Star neue Linse

Stammzellen bilden bei Grauem Star neue Linse

Dank der Stammzellenforschung ist es Forschern gelungen, bei Patienten mit einem Grauen Star eine neue Linse wachsen zu lassen.

San Diego (U.S.A.). Mediziner haben es geschafft und für den Grauen Star eine neue Heilmethode entwickelt. Anstatt dass die getrübte Linse durch eine Kunstlinse ersetzt wird, bringen sie im Auge vorkommende Stammzellen dazu, eine neue Linse zu produzieren. Forscher berichten im Fachmagazin Nature, dass Kindern mit einem angeborenen grauen Star in einer Pilotstudie innerhalb weniger Monate das Augenlicht zurückgeben wurde.

Viele Menschen sind durch den Grauen Star erblindet. Hierbei trübt sich die Augenlinse immer stärker, bis kaum noch Licht an die Netzhaut gelangt. In Entwicklungsländern sind viele Kinder vom grauen Star betroffen.

Bisher war es nur möglich, die getrübte Linse mit einem Schnitt in die Hornhaut zu entfernen und durch eine künstliche Kunststofflinse zu ersetzen. Durch den Eingriff kann es zu Vernarbungen und Entzündungen kommen. Bei Kindern unter zwei Jahren ist dieser Eingriff nicht möglich.

Kang Zhang von der University of California in San Diego hat mit seinen Kollegen nach einer schonenden Therapie gesucht. Sie wollten die im Auge vorhandenen Stammzellen dazu bringen, eine neue Linse zu produzieren. In der Umhüllung der Augenlinse sitzen die Linsenepithel-Stammzellen, die in der Lage sind, Linsenzellen nach zu produzieren. Bisher wurde bei einer Grauer-Star-Operation die Linse mit entfernt, um Wucherungen im Gewebe zu verhindern. Jetzt haben Zhang und seine Kollegen eine mikrochirurgische Methode entwickelt, bei der nur ein kleiner Schnitt seitlich im Auge gesetzt wurde. Hierdurch wird das getrübte Material der Linse angesaugt ohne die Linsenhülle zu beschädigen.

Das Linsengewebe wächst alleine zusammen

Durch die Selbstheilungskraft des Körpers geschieht der Rest fast von alleine. Das neue Linsengewebe wächst nach circa einem Monat symmetrisch von den Seiten der Kapsel bis ins Innere hinein. Nach sieben Wochen war aus dem Gewebe eine bikonvexe, durchsichtige Linse geworden. In dem Test erwies sich die Linse als genauso gut, wie eine gesunde Augenlinse.

Um herauszufinden, ob diese Methode auch bei Kindern funktioniert, wurden zwölf Kleinkinder auf diese Weise behandelt. Nach drei Monaten hatte sich bei allen eine gesunde Linse gebildet und die Augen waren wieder voll funktionsfähig. Zuerst war die Linse dünn, füllte aber schon bald die Kapsel vollständig aus. Die Sehschärfe ist so scharf wie bei einer künstlichen Linse und durch den kleinen Schnitt kommt es zu weniger Komplikationen.

Die Chancen stehen auch für ältere Menschen gut

Durch die stammzellenbasierte Methode eröffneten die Forscher ganz neue Möglichkeiten bei den Behandlungen eines grauen Stars. Durch die Nutzung der Heilkraft des Körpers können sich auch die unterschiedlichen Gewebe und Organe regenerieren.

Zhang und seine Kollegen gehen davon aus, dass auch altersbedingter Grauer Star behandelt werden kann. Zwar sinkt die Aktivität der Stammzellen, aber sie sind prinzipiell vorhanden und aktiv. Jetzt muss nur noch eine Methode gefunden werden, wie die Linse unbeschadet entfernt werden kann, da sie bei Älteren wesentlich härter ist.

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