Lotwurzel Onosma paniculata

Traditionelle Heilpflanze aus China hilft gegen schwarzen Hautkrebs

Lotwurzel Onosma paniculata wirkt gegen schwarzen Hautkrebs

Schwarzer Hautkrebs kann mit herkömmlichen Medikamenten kaum behandelt werden. Ein Inhaltsstoff der chinesischen Heilpflanze Onosma paniculata war bei Tierversuchen hingegen sehr wirksam und zerstörte die Krebszellen ohne Nebenwirkungen.

Graz (Österreich). Das maligne Melanom, auch bekannt als schwarzer Hautkrebs, gehört zu den tödlichsten Krebserkrankungen des Menschen. Eine Behandlung der bösartigen Hautveränderung ist zu Beginn der Erkrankung zwar noch gut möglich, wenn der Tumor allerdings zu spät entdeckt wird und sich bereits Metastasen gebildet haben nehmen die Heilungsaussichten deutlich ab. Die Medizin sucht aus diesem Grund bereits seit längerem nach alternativen Behandlungsmöglichkeiten, die vor allem Patienten mit Metastasen im Gegensatz zu herkömmlichen Medikamenten besser helfen sollen.

Wissenschaftler der Universität Graz haben aus diesem Grund eine Reihe von Heilpflanzen analysiert, die ihren Ursprung in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) haben. Finanziert wurde das Forschungsprojekt durch den österreichischen Fond zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF). Nadine Kretschmer, Autorin der im Fachmagazin Molecules veröffentlichten Studie erklärt, dass „der Ausgangspunkt die Frage war, welche Pflanzen in der TCM als Heilmittel gegen krebsähnliche Erkrankungen verwendet werden und ob sich daraus ein Wirkstoff gegen Krebs gewinnen lässt.“

76 Heilpflanzen auf Wirkung gegen Krebszellen untersucht

Analysiert haben die Wissenschaftler bei ihrer Suche nach einem Wirkstoff gegen unterschiedliche Krebszellen 253 Extrakte von 76 Pflanzen. Es zeigte sich dabei, dass die Substanz Beta-beta-Dimethylacrylshikonin aus dem in China beheimateten Lotwurzel-Gewächs Onosma paniculata großes Potential besitzt, da der natürliche Wirkstoff Zellen des schwarzen Hautkrebs zerstören kann. Dies erfolgt durch eine Störung des Zellzyklus und eine Förderung der Prozesse Autophagie und  Apoptose, die dazu führen, dass die Krebszellen sich selbst von innen töten.

Tierversuche mit pflanzlichem Wirkstoff erfolgreich

Anschließende Tierversuche mit Labormäusen, die an Hautkrebs litten, zeigten, dass der Wirkstoff Onosma paniculata nicht nur in Zellversuchen, sondern auch bei In-vivo-Tests Krebszellen zerstören kann. Die Wissenschaftler spritzen dazu den Wirkstoff direkt in die Tumore der Tiere und beobachteten anschließend, dass die Krebszellen schrittweise starben. Nebenwirkungen konnten bei den Mäuse während der Behandlung nicht festgestellt werden.

Entwicklung eines neuen Medikaments gegen schwarzen Hautkrebs

Aufgrund der vielversprechenden Ergebnisse der Zell- und Tierversuche haben die Forscher wie Kretschmer erklärt „versucht die Substanz zu modifizieren, um zu sehen, ob sie die Wirksamkeit noch verbessern können.“ Dabei wurde ein Shikoninderivat entwickelt, dass nach Ansicht der Studienautoren die Basis eines Medikaments gegen schwarzen Hautkrebs bilden kann. Bis das Medikament bei Menschen genutzt werden kann „sind aber noch größere Studien nötig.“ Außerdem muss noch untersucht werden, welcher Verabreichungsweg am sinnvollsten ist.

Keine Wirkung gegen Krebs in der traditionellen Anwendungsmethode

In der TCM wird die Lotwurzel Onosma paniculata meistens als Tee verabreicht, was dazu führt, dass sie ihre Wirkung gegen schwarzen Hautkrebs nicht entfalten kann. Wirksam gegen Tumore ist Beta-beta-Dimethylacrylshikonin wie die Studie ergab lediglich in seiner isolierten Form. Eine alternative Zubereitungsmethode, bei der die Pflanze nicht gekocht, sondern in Öl eingelegt wird, führt allerdings dazu, dass der Wirkstoff sich löst und dann mit dem Öl auf betroffenen Haut aufgetragen werden kann.

Molecules, doi: 10.3390/molecules23112823

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