U.S.A. führend

Globale Waffenproduktion deutlich angestiegen

Waffenproduktion seit vier Jahren mit Umsatzwachstum

Im vergangenen Jahr wurden 420 Milliarden Dollar mit Kriegswaffen erwirtschaftet. Die fünf größten Produzenten stammen aus den U.S.A. Detaillierte Daten aus China liegen nicht vor.

Stockholm (Schweden). Laut einer Studie des Stockholm International Peace Research Institute (SIPRI) ist die globale Waffenproduktion im Jahr 2018 deutlich gestiegen. Die 100 größten Rüstungskonzerne konnten ihre Umsätze im vergangenen Jahr um 4,6 Prozent steigern, im Jahr 2017 war das Umsatzwachstum mit 2,5 Prozent deutlich geringer. Es handelt sich dabei um das vierte Jahre in Folge, in dem die Waffenproduktion auf der Erde zunahm.

Besonders profitiert haben im Jahr 2018 laut den schwedischen Wissenschaftlern die größten US-Rüstungskonzerne, die eine Reihe von kleineren Waffenproduzenten aufkaufen konnten. Ausgelöst wurde dies laut Aude Fleurant, Waffenexpertin von SIPRI durch das Waffenmodernisierungsprogramm, das US-Präsident Trump bereits 2017 angekündigt hatte. Laut Fleurant „fusionieren große US-Waffenhersteller, um in der Lage zu sein, neue Generationen von Waffensystemen zu produzieren und damit in einer besseren Position zu sein, um Verträge von der US-Regierung zu gewinnen."

420 Milliarden Dollar Umsatz mit Waffen

Weil aufgrund der ungenauen Datenlage keine verlässliche Schätzung der Waffenproduktion in China möglich ist, haben die Wissenschaftler das Land in ihrer Studie nicht berücksichtigt. Außerhalb von China sollen im Jahr 2018 laut SIPRI 420 Milliarden Dollar mit Rüstungsgütern und militärischen Dienstleistungen umgesetzt worden sein. Weltweit führend ist wie in den vergangenen Jahren auch die U.S.A., die mit ihren Waffenproduzenten Lockheed Martin, Boeing, Northrop Grumman, Raytheon und General Dynamics die ersten fünf Plätze im Umsatzranking belegen.

Insgesamt kommen diese fünf Konzerne auf einen geschätzten Umsatz von 148 Milliarden Dollar, also etwa ein Drittel des globalen Umsatzes mit Waffen. Mit einem Gesamtumsatzvolumen von 246 Milliarden Dollar sind US-Waffenproduzenten sogar für 59 Prozent des Gesamtumsatzes verantwortlich. Im Vergleich zum Jahr 2017 entsprach dies im Jahr 2018 einem Wachstum von 7,2 Prozent.

Europa produziert 24 Prozent der Waffen

27 der 100 größten Waffenproduzenten sind in Europa ansässig. Insgesamt sorgen sie für 24 Prozent des globalen Umsatzes mit Waffen und militärischen Dienstleistungen. Mit einem Umsatzvolumen von 102 Milliarden Dollar konnten sie im Vergleich zum Vorjahr allerdings nur ein im Vergleich zur US-Waffenindustrie geringes Wachstum von 0,7 Prozent erzielen. Die vier größten deutschen Waffenproduzenten Rheinmetall, Krauss-Maffei Wegmann, ThyssenKrupp und Hensoldt haben entgegen der Branchenentwicklung sogar einen Umsatzrückgang von 3,8 Prozent zu verzeichnen.

Mit einem Anteil von insgesamt zwei Prozent am globalen Waffenhandel liegt Deutschland damit hinter Italien, Japan und Israel aber vor Indien und Südkorea. Airbus wird als transeuropäischer Konzern weder Deutschland noch Frankreich zugerechnet und liegt auf Platz sieben im weltweiten Umsatzranking. Seit dem Jahr 2002, in dem SIPRI die jährliche Studie erstmals erstellte, konnte die Waffenindustrie ihren Umsatz um 47 Prozent steigern.

Keine Waffenlieferungen in Krisenregionen

Als Reaktion auf die deutschen Waffenexporte erklärte Cornelia Füllkrug-Weitzel, Präsidenten der Hilfsorganisation Brot für die Welt, dass „Deutschland sich als einer der größten Rüstungsexporteure der Welt einer Mitverantwortung am weltweit steigenden Waffenhandel nicht entziehen kann.“ Sie fordert deshalb, dass „Deutschland sich endlich an seine eigenen Grundsätze halten und Rüstungsexporte in Krisenregionen, unter anderem an Staaten der von Saudi-Arabien geführten Jemen-Kriegskoalition, ausnahmslos verbieten müsse.“

1 Kommentar

Burkhart Braunbehrens
Ja es gibt in Deutschland diese eindeutigen Richtlinien, aber sie haben keine Gesetzeskraft und wurden noch nie eingehalten, von keiner Regierung.
Sie sollten europäisches Gesetz werden.
Aber es gibt dafür keine Gesetzesinitiative, stattdessen gegenteilige Bemühungen auch von Frau Merkel.
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