Studie belegt

Männer lügen häufiger als Frauen

Männer lügen häufiger als Frauen

Eine Metaanalyse mit über 44.000 Teilnehmern zeigt, dass Männer häufiger lügen als Frauen. Die Auswertung zeigt aber auch, dass das Alter und die jeweilige Situation eine entscheidende Rolle spielen.

Berlin (Deutschland). Wer lügt, hatte im Vorfeld die Wahl: Entweder erzählt man die Wahrheit und muss eventuell mit negativen Konsequenzen rechnen oder man entscheidet sich für die Lüge und nutzt die daraus resultierenden Vorteile, muss dafür aber mit einem schlechten Gewissen leben.

Warum Menschen überhaupt lügen, hängt von zahlreichen Faktoren wie der Persönlichkeit, Umwelteinflüssen, etc. ab und wurde bereits in zahlreichen Studien untersucht. Ein internationales Forscherteam des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung und des Technion Israel Institute of Technology hat jetzt alle Daten aus fast 600 Einzelstudien in eine Metaanalyse zusammengefasst. Die Auswertung zeigt unter anderem, dass das Alter und das Geschlecht Einfluss darauf haben, wie häufig jemand lügt. So lügen Männer beispielsweise häufiger als Frauen.

Einfache Experimente entlarven Lügner

Sicherlich ist die Körpersprache beim Lügen bereits bestens bekannt und könnte von Forschern bei allen Versuchen analysiert werden, aber es geht auch einfacher: Mit einem einfachen Münzwurf-Spiel. Dafür werfen die Probanden, die während des Versuchs nicht beobachtet werden, eine Münze und tragen das Ergebnis in einen Computer ein. Bei Zahl bekommen sie etwas Geld, bei Kopf gehen sie hingegen leer aus. Wird dieser Versuch von genug Probanden durchgeführt, müsste das Ergebnis nahezu ausgeglichen sein. Doch fast alle Studien mit diesem Experiment zeigen, dass in diesem Fall Zahl angeblich öfter geworfen wurde. Statistisch bedeutet dies, dass ein Teil der Probanden lügt um mehr Geld zu bekommen.

Dieses oder ähnliche Experimente wurden in den vergangenen Jahren immer wieder durchgeführt. So wollten Wissenschaftler beispielsweise herausfinden, ob Nonnen häufiger lügen als Straftäter, ob man eher im Internet oder am Telefon lügt oder ob man eher zur Unwahrheit verleitet wird, wenn man einen finanziellen Vorteil daraus ziehen kann. All diese Versuche wurden jetzt in der im Fachmagazin Psychological Bulletin vorgestellten Metaanalyse vereint.

„Obwohl es diverse Studien gibt, die untersuchen, wer, wann und warum lügt, sind die Ergebnisse oft nicht eindeutig, teilweise sogar widersprüchlich“, sagt Philipp Gerlach vom Max-Planck-Institut. „Mithilfe der großen Datenmenge aus allen Studien können wir nun zu einigen Faktoren eindeutigere Aussagen treffen.“

Es stimmt: Männer lügen öfter als Frauen

Das Vorurteil, dass Männer öfter als Frauen lügen, konnten die Wissenschaftler so bestätigen. Die Auswertung zeigte, dass rund 42 Prozent aller Männer bei den Versuchen gelogen haben. Bei den Frauen hingegen waren es nur 38 Prozent.

Die Wissenschaftler fanden auch einen Zusammenhang zwischen der Wahrscheinlichkeit zu lügen und dem Alter. Während eine 20-jährige Person zu etwa 47 Prozent lügt, so sinkt diese Wahrscheinlichkeit mit jedem Jahr um 0,28 Prozentpunkte.

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