Geldbörsen-Test

Menschen sind ehrlicher als erwartet

Menschen sind ehrlicher als erwartet

Was würden Sie tun, wenn Sie eine Geldbörse finden? Bei einem Schweizer Experiment wollten Forscher genau dies herausfinden. Dabei sind sie auf ein überraschendes Ergebnis gekommen.

Zürich (Schweiz). Forscher aus der Schweiz und den USA haben ein heikles Experiment gewagt. Wie ehrlich sind wir Menschen eigentlich? Bei Umfragen ist herausgekommen, dass wir mehrheitlich nichts Gutes von anderen Menschen erwarten. Diese Umfrage wurde vom Team des Wissenschaftlers Michel André Maréchal an der Universität Zürich durchgeführt und im Fachblatt Science veröffentlicht. Aber das Resultat hat bewiesen: Wir sind ehrlicher als gedacht.

Diese Studie wurde von der Schweiz und der USA in 355 Städten sowie 40 Ländern erhoben. Der angeblich verlorene Gegenstand in dieser Studie waren 17.000 Geldbörsen mit Visitenkarten. In den Geldbörsen waren unterschiedliche bis keine Geldbeträge als auch Schlüssel. Die Geldbörsen mit und ohne Geldbetrag sowie Schlüsseln wurden an öffentlichen Gebäuden und Behörden wie zum Beispiel Banken, Hotels, Ämter oder Kinos von Forschungshelfern abgegeben. Die Forschungshelfer behaupteten, die Geldbörse gefunden zu haben. In der Studie wurde die Rücksendung der Geldbörsen auf Vollständigkeit und Erhalt dokumentiert, mit einem überraschenden Ergebnis.

Geldbeträge erhöhen die Ehrlichkeit

Geldbörsen mit höheren Beträgen wie 80 Euro wurden vollständiger zurückgegeben als jene mit einem niedrigen Geldbetrag um die 12 Euro. In 51 Prozent der Fälle wurden die Besitzer von Geldbörsen mit einem Geldbetrag von 12 Euro kontaktiert, wobei es bei den Geldbörsen ohne Geld nur 40 Prozent Kontaktaufnahmen gab. In einer Nachstudie von Polen, Großbritannien und den USA lag die Ehrlichkeitsrate bei Geldbörsen mit Geldbeträgen sogar bei 71 Prozent. Die Geldbörsen mit Schlüssel wurden häufiger abgegeben, als die Geldbörsen ohne Schlüssel. Forscher vermuteten, dass Mitarbeiter am Empfang es eher als selbstlose Aufgabe ansahen, die Wertgegenstände zurückzugeben. Auch bei den Schlüsseln war wahrscheinlich das Motiv, dass diese für den Besitzer einen größeren Wert hatten als beim Finder.

Ehrlichkeit mit kleinen Unterschieden

In nahezu allen Ländern wurde dieses Muster entdeckt, wobei es mit der Rückgabe unterschiedlich ausfiel. 8.000 Geldbörsen wurden zurückgegeben. Ohne Geldbeträge waren Schweizer mit 80 Prozent die ehrlichsten Finder. Neuseeland, Dänemark und Schweden waren bei höheren Geldbeträgen die Gewinner. Deutschland war bei Geldbeträgen auf Platz neun und ohne auf Platz 11. Psychologisch betrachtet meinen die Forscher, dass der Mensch bei einem größeren Werten sich eher als Dieb fühlt.

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