Fusionsenergie

Fusionsreaktor Wendelstein 7-X startet in wenigen Tagen

Kernfusionsreaktor: Wendelstein 7-X

Ab November 2015 könnte ein neues Zeitalter der Energiegewinnung eingeleitet werden: Der experimentelle Kernfusionsreaktor Wendelstein 7-X wird nach rund 14 Jahren Bauzeit in Betrieb genommen.

Greifswald (Deutschland). Es ist eines der größten Ziele die sich die Menschheit in den letzten Jahrzehnten und für die nächsten Jahrzehnte gesetzt hat: Ein Reaktor der durch Fusion Strom erzeugt – ganz nach dem Vorbild unserer Sonne. Das Max Planck Institut für Plasmaphysik in Greifswald hat in den letzten 14 Jahren an so einem Reaktor gebaut. Nun ist der Hauptaufbau des Kernfusionsreaktors Wendelstein 7-X fast abgeschlossen und schon im nächsten Monat soll das erste Plasma erzeugt werden.

Wendelstein 7-X soll noch keinen Strom produzieren

Der experimentelle Fusionsreaktor Wendelstein 7-X soll aber noch keinen Strom produzieren. Wir befinden uns noch am Anfang der Fusionsforschung. Aus diesem Grund soll der Reaktor auch nur grundlegende Forschungsergebnisse liefern, welche dann in weitere Fusionsprojekte einfließen sollen. Wendelstein 7-X wird der weltweit größte Stellarator seiner Art sein und mit ihm soll hauptsächlich die Kraftwerkseignung dieser Bauart untersucht werden. Hinzu kommen erste Test zur Magnetfeldoptimierung, die anschlie0end das heiße Plasma einschließen und an Ort und Stelle halten soll.

50 supraleitenden Magnetspulen sollen das Plasma einschließen

Wendelstein 7-X verfügt über 50 speziell angefertigte supraleitende Magnetspulen, die es den Wissenschaftlern erlauben, das Magnetfeld jederzeit zu verformen und Anpassungen vorzunehmen.

Mit hohem theoretischem und mathematischem Aufwand wurde der Wendelstein 7-X verbessert. So wurden die Probleme seines Vorgängers, dem Wendelstein 7-AS, gelöst und weitere Optimierungen vorgenommen. Die Wissenschaftler erwarten, dass das Plasmagleichgewicht und der Einschlussqualität ähnlich wie beim Tokamak mit gleicher Größe sein wird. Dabei sollen jedoch die Nachteile des Tokamak vermieden werden. Mit bis zu 30 Minuten langen Plasmaentladungen soll Wendelstein 7-X die wesentliche Stellaratoreigenschaft zeigen, den Dauerbetrieb.

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