Klimawandel

Höchste CO2-Konzentration in der Atmosphäre seit Beginn der Messung

Höchste CO2-Konzentration in der Atmosphäre seit Beginn der Messung

Die CO2-Konzentration hat mit 415,26 ppm kürzlich einen neuen Rekord erreicht. Trotzdem wurden im vergangenen Jahr Investitionen in erneuerbare Energiequellen reduziert, während Investitionen in Gas, Kohle und Erdöl zunahmen.

Mauna Loa (U.S.A.). Das Mauna-Loa-Observatorium im US-Bundesstaat Hawaii hat am vergangenen Samstag mit 415,26 Teilen pro Million (ppm) die höchste CO2-Konzentration seit Beginn der Aufzeichnungen in den 1950er Jahren gemessen. Laut Wolfgang Lucht, Wissenschaftler am deutschen Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung zeigt die Messung, dass „wir überhaupt nicht auf dem richtigen Weg sind das Klima zu schützen.“ Die CO2-Konzentration in der Atmosphäre lag zuletzt vor etwa drei Millionen Jahren während des Pliozän bei einem so hohen Wert. Der Meeresspiegel war zu dieser Zeit, aufgrund der zwei bis drei Grad höheren Durchschnittstemperatur, etwa 25 Meter höher als jetzt.

Aktuell ist umstritten, welche CO2-Konzentration als sicher eingestuft werden kann. Die Wissenschaft ist sich jedoch einig, dass ein Wert von 350 ppm die die Erwärmung der Erde und den fortschreitenden Klimawandel eindämmen würde. Da die vergangenen vier Jahre in Folge jeweils neue Hitzerekorde aufstellten und auch die CO2-Konzentration laut dem Earth System Research Laboratory stetig ansteigt, ist eindeutig festzustellen, dass die Menschheit sich derzeit nicht auf dem richtigen Weg befindet, um den Klimawandel zu stoppen. Neben den menschengemachten CO2-Emissionen sieht Ralph Keeling, der Leiter des Scripps-CO2-Programms, das Wetterphänomen El Nino als Ursache für die ansteigende CO2-Konzentration.

Investitionen in erneuerbare Energien verdoppeln

Ein wichtiger Schritt im Kampf gegen die steigenden CO2-Emissionen sind laut der Internationalen Energieagentur (IEA) deutlich höhere Investitionen in den Ausbau erneuerbarer Energien zur Stromerzeugung. Die Experten empfehlen eine Verdoppelung der Investitionen bis zum Jahr 2030, um die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen. Laut einer Erklärung der IEA vom vergangenen Dienstag wurden im Jahr 2018 270 Milliarden Euro in Solaranlagen und andere alternative Energiequellen investiert, bis 2030 müssten es jedoch mindestens 540 Milliarden Euro jährlich seien, um den Klimawandel zu stoppen. Parallel dazu müsste außerdem die Nutzung von Kohle und Erdöl deutlich reduziert werden, da fossile Brennstoffe als Hauptquelle von CO2-Emissionen gelten.  

Bisher ist trotz der Verabschiedung des Pariser Klimaabkommens die CO2-Emission weltweit jedes Jahr gestiegen. Die Durchschnittstemperatur auf der Erde liegt seit der vorindustriellen Zeit um ein Grad höher.

Trotz dieser besorgniserregenden Zahlen geht der Trend laut der IEA in die gegengesetzte Richtung. Im Jahr 2018 sind Investition in Öl- und Gasprojekte um vier Prozent und Investition in Kohlekraftwerke um zwei Prozent gestiegen. Parallel dazu wurden im Vergleich zum Vorjahr zwei Prozent weniger Investitionen in erneuerbare Energien getätigt. Die größten Investitionen hat dabei China getätigt. In den ärmsten Regionen der Erde, in denen etwa 40 Prozent der Menschen leben, fanden nur 15 Prozent der gesamten Investition statt.

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