Umweltschutz

Recyclingquote von Plastikmüll in Deutschland nur bei 16 Prozent

Recyclingquote von Plastikmüll in Deutschland nur bei 16 Prozent

In Deutschland werden nur 15,8 Prozent des verbrauchten Plastiks recycelt. Offiziell liegt die Recyclingquote aufgrund anderer Berechnungen bei 45 Prozent. Die übrigen 84 Prozent des Plastikmülls werden entweder ins Ausland verschifft oder in Verbrennungsöfen vernichtet.

Berlin (Deutschland). Laut einer Studie des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) und der Heinrich-Böll-Stiftung, die den Grünen nahesteht, werden in Deutschland nur 15,6 Prozent der Plastikabfälle zu Rezyklat verarbeitet. Laut dem Plastikatlas wird der Großteils des Plastiks entweder in Verbrennungsöfen beseitigt oder ins Ausland verschifft, wo es dann unter für Mensch und Umwelt fragwürdigen Bedingungen entsorgt wird.

Offiziell lag die Recyclingquote in Deutschland 2016 war bei 45 Prozent, diese Zahl ist jedoch nur so hoch, da Plastik bereits dann miteinbezogen wird, wenn es bei einem Recyclingunternehmen angeliefert wird. Ob die Kunststoffe danach auch wirklich recycelt werden, spielt bei der Berechnung der Quote keine Rolle.

Einwegprodukte und Verpackungen

Insgesamt wurden zwischen 1950 und 2015 laut dem Recycling-Atlas weltweit 8,3 Milliarden Tonnen Plastik erzeugt, was mehr als einer Tonne Plastik für jeden derzeit lebenden Menschen entspricht. Hauptsächlich wurde Plastik dabei für Einwegprodukte und Verpackungen verwendet, die bereits nach relativ kurzer Nutzungszeit in den Müll gelangen und so eigentlich um einen nachhaltigen Kreislauf zu schaffen recycelt werden müssten.

Weltweit noch geringere Recyclingquote

Weltweit soll die Recyclingquote bei Plastik und anderen Kunststoffen sogar noch niedriger liegen. Die Umweltschützer gehen von einer Quote von weniger als zehn Prozent aus. Dies liegt vor allem daran, dass der Recyclingvorgang wirtschaftlich nicht sinnvoll ist und die erzeugten Materialen im Vergleich zu Neumaterial eine deutlich geringere Qualität aufweisen. In Europa kommen dazu noch die hohen Personalkosten, die das manuelle Sortieren von Plastik für Unternehmen kaum tragbar macht.

In Zukunft könnte die Belastung durch nicht recycelten Plastikmüll, der in Form von Mikroplastik die Meere aber auch den Menschen kontaminiert weiterwachsen. Einer der Hauptverursacher dieses Problems ist das Unternehmen Coca Cola, das pro Jahr rund 88 Milliarden Flaschen beziehungsweise drei Millionen Tonnen Plastik erzeugt.

52,5 Gigatonnen Kohlendioxid

Neben der Umweltverschmutzung wird durch die Plastikprodukten auch der Klimawandel weiter beschleunigt. Laut dem Zentrum für Internationales Umweltrecht wird die Produktion bis 2050 bei gleichbleibendem Wachstum 52,5 Gigatonnen Kohlendioxid in die Atmosphäre abgeben. Damit entfallen etwa zehn bis 15 Prozent der CO2-Menge, die die Menschheit zur Begrenzung des Klimawandels einsparen müsste, allein auf die Kunststoffproduktion.

Aus diesem Grund fordern die Umweltschützer, dass der Einsatz von Einwegplastik deutlich reduziert werden muss. Die Kunststoffstrategie der EU-Kommission sieht außerdem vor, dass Verpackungen aus Plastik bis 2030 vollständig recycelbar sein müssen. Da es sich um globales Problem handelt, wird eine staatliche Regulierung, die sich nur auf die EU begrenzt jedoch keine Lösung bringen.

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