TanDEM-X des DLR

Satellitenbilder zeigen erstmals die globale Abholzung der Wälder

Satellitenbilder zeigen erstmals die globale Abholzung der Wälder

Das DLR hat aus 400.000 Datensätzen eine globale Karte erstellt, die den Zustand der Wälder zeigt. In den letzten 70 Jahren sind etwa 50 Prozent der Wälder durch den Menschen vernichtet worden.

München (Deutschland). Das Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat erstmals im Zuge des TanDEM-X Projekts, dessen Ziel die Erstellung eines hochgenauen, dreidimensionalen Modells der Erde ist, eine globale Waldkarte erstellt. Genutzt wurden dafür Satellitendaten, die von den Wissenschaftlern zu einer globalen TanDEM-X-Waldkarte zusammengefügt wurden. Die aus dem Weltraum erstellte Karte soll dabei helfen, die Abholzung der Regenwälder in Afrika, Südostasien und Südamerika zu zeigen und den Gesamtzustand der Wälder zu dokumentieren.

Derzeit ist noch ein Drittel der Landfläche des Planeten mit Wald bedeckt. In der Mitte des letzten Jahrhunderts war die von Wald bedeckte Fläche noch doppelt so groß. In Zukunft sollen die nun vorliegenden umfassenden Daten dabei helfen, die letzten unberührten Wälder zum Beispiel im Amazonasgebiet vor illegaler Abholzung zu schützen, um so die Kohlenstoff-Speicher der Erde zu erhalten.

Aufnahmen unabhängig von Wetter und Tageszeit

Die Daten für die Erstellung der globalen Waldkarte stammen von Satelliten, die mit Radartechnologie ausgerüstet sind. Es ist so möglich, Bilder unabhängig vom Wetter und der Tageszeit zu erstellen. Besonders der Dokumentation der Regenwälder stellt dies einen enormen Vorteil dar, da diese tropischen Wälder fast durchgehend von Wolken verdeckt werden.

Die Verarbeitung der umfangreichen Datenbasis wurde durch eine speziell für diesen Einsatzzweck entwickelten Künstlichen Intelligenz (KI) durchgeführt. Insgesamt basiert die Karte auf 400.000 Datensätzen, die die Satelliten zwischen 2011 und 2015 angefertigt haben. Details zum Algorithmus, der die die gigantische Datenmenge verarbeitet hat und dabei die erforderliche Informationen über die Wälder herausgefiltert hat, wurden im Fachmagazin Remote Sensing of Environment veröffentlicht.

Zusätzlich haben die Wissenschaftler auch Daten des Global Urban Footprint genutzt. Es handelt sich dabei um eine Aufzeichnung von menschlichen Siedlungen, die das DLR am Earth Observation Center (EOC) erstellt hat. Außerdem wurden Daten der ESA gehörenden Climate Change Initiative herangezogen, die Informationen über die global existierenden Gewässer liefern.

In Zukunft könnte die geplante Tandem-L Satelliten-Mission wöchentlich aktualisierte Waldkarten liefern, die praktisch in Echtzeit die Beobachtung von Abholzungen ermöglichen.

2 Kommentare

Gitta Christmas
Hoffentlich verstehen die Leute wie eng es geworden ist mit der Umwelt. Verstehen das jeder einzelne gefordert ist für die Erde etwas zu tun. Jede Kleinigkeit hilft, Schmetterlings Blumen setzen Bäume pflanzen Plastik vermeiden.
Jürgen Römgens
Normalerweise müsste die gesamte Menschheit irre werden bei dem Gedanken, wie sehr wir diesen Planeten bereits "verseucht" haben. Jeder Zeitpunkt, sein Verhalten zu verändern ist der Richtige. Wenn wir uns JETZT nicht besinnen, wann dann? Die Fakten liegen auf dem Tisch und da müssten bei den Uneinsichtigsten - oder soll ich sagen: Dümmsten?! - alle Alarmglocken schrillen. Es gibt ja noch immer Leute, die da behaupten, das dies derzeit nicht passiert!
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